Irgendwann fragt sich jede Mutter, ist mein Baby bereit für die Beikost? Wann darf es festes Essen bekommen und was muss es dafür schon können? Beachten sollte man die 3 Beikostreifezeichen sowie die Empfehlung der WHO.

WHO and UNICEF recommend that children initiate breastfeeding within the first hour of birth and be exclusively breastfed for the first 6 months of life – meaning no other foods or liquids are provided, including water.

Infants should be breastfed on demand – that is as often as the child wants, day and night. No bottles, teats or pacifiers should be used.

From the age of 6 months, children should begin eating safe and adequate complementary foods while continuing to breastfeed for up to 2 years and beyond.

Nach diesen 6 Monaten bzw. 180 Tagen ist auch die Darmreife soweit fortgeschritten, dass der Darm die aufgenommene Nährstoffe aus der Nahrung gut verwerten kann. Die 180 Tage sind ein Richtwert, wichtiger ist, dass die Beikostreifezeichen erfüllt sind. Stillen ist während der Beikosteinführung weiterhin sehr wichtig, denn zu Beginn werden die Beikostmengen so gerin sein, dass die Hauptengergieaufnahme weiterhin über die Muttermilch geschieht. Erst mit ca. einem Jahr wird mehr Engergie durch feste Kost als durch Muttermilch aufgenommen.

Beikostreifezeichen

Was sind jetzt aber diese Beikostreifezeichen? Im Internet geistern viele Listen mit Beikostreifezeichen rum, wobei es im Endeffekt nur 3! Beikostreifezeichen gibt, die wirklich relevant sind. Einige andere Punkte treten meist zeitgleich auf, sind aber kein Zeichen dafür, dass das Baby wirklich Beikostreif ist. Meistens sind Babys um den 6. Monat beikostreif und erfüllen die 3 Zeichen. Bei manchen ist es auch etwas früher, da kann man schauen ob man noch die 180 Tage abwartet oder vorher schon beginnt. Sollte das Baby auch nach dem vollendeten 6. Monat die Beikostreifezeichen nicht erfüllen, ist es ratsam mit einem Artz zu schauen ob die Entwicklung altersgerecht ist.

Beikostreifezeichen

 1. Rumpfkontrolle
Das Baby kann seinen Oberkörper eigenständig bzw. mit etwas Unterstützung aufrecht halten. Das kann auf dem Schoß der Mutter oder im Hochstuhl sein. Wenn der Hochstuhl am Anfang noch zu groß ist, kann man da für die Zeit des Essens auch mit Kissen die Stabilität unterstützen. Zu der korrekten Sitzposition und der Wahl des Hochstuhles habe ich in meinem Blogbeitrag “
Rumpfkontrolle und Sitzposition einfach erklärt” schon etwas geschrieben. WICHTIG! Das Kind muss sich nicht selbstständig hinsetzen können. Das können viele Babys erst sehr viel später und damit würde man ihnen vorher wichtige Nahrungsenergie und Nährstoffe vorenthalten.

 

2. Zungenstreckreflex existiert nicht mehr
Nahrung wird nicht mehr reflexartig mit der Zunge aus dem Mund geschoben. Dabei ist zu beachten, dass das Baby natürlich weiterhin Nahrung aus dem Mund schieben wird, vorallem zu Beginn der Beikosteinführung wird die häufiger passieren, weil die Konsistenz im Mund ungewohnt ist. Wichtig ist aber, dass das Baby generell in der Lage ist Essen im Mund zu behalten und auch möchte.

3. Hand-Mund-Koordination funktioniert
D
asSti Baby kann das Essen selbstständig greifen und zum Mund führen. Diese Fähigkeit tritt meistens schon etwas früher auf, wenn die Babys anfangen ihre Spielsachen zu greifen, und in den Mund zu stecken. Daher ist dieser Punkt alleine kein Zeichen für die Beikostreife. Später wird diese Fähigkeit noch perfektioniert, indem der Pinzettengriff dazu kommt. Dann können auch kleine Sachen zum Mund geführt werden.

 

Wenn diese drei Beikostreifezeichen erfüllt sind und euer Baby 6 Monate alt ist, spricht nichts gegen den Beikoststart. Wenn ihr euch nicht sicher seid ob euer Baby wirklich schon diese Punkte erfüllt, habt ihr die Möglichkeit einer Kurzberatung. Da können wir schauen ob euer Baby Beikostreif ist und die ersten Schritte besprechen. Wenn ihr euch sicher seit, dass der Zeitpunkt der Beikosteinführung kurz bevor steht und ihr aber noch unsicher seid, wie ihr starten sollt und auf was zu achten ist, kann ich euch in einer persönlichen Beratung weiterhelfen. Beikostworkshops gibt es auch in regelmäßigen Abständen, wenn gerade keiner online ist, lasst euch gerne auf die Warteliste setzen.

Stillen

In meinem Artikel halte ich mich an die Empfehlungen der WHO und empfehle das ausschließliche Stillen in den ersten 6 Monaten und darüber hinaus zusätzlich zu geeigneter Beikost. Wenn eine Mutter nicht stillen kann/will sollte sie eine Pre-Nahrung geben. Diese kann ebenfalls über den gesamten Zeitraum gegeben werden und ist der Muttermilch am ähnlichsten. Da es keine vegane Pre-Nahrung gibt, muss man sich als vegane Mutter noch mehr Gedanken dazu machen, was man dem Baby als Muttermilchersatz geben kann.

 

Bilder: Beikostreifezeichen von Tatje Bartig-Prang