Oder was Eisen mit der Beikost zu tun hat

Immer wieder hört man den Spruch: „Food under one is just for fun“. Aber das ist leider nicht richtig. Mind. 50% der benötigten Energie sollten am 1. Geburtstag über die Beikost abgedeckt werden. 50% bedeutet natürlich auch, dass noch ein großer Teil das Stillen ausmacht, aber die Beikost wird nicht nur aus Spaß dazugegeben. Oft ist bei den Tippgebern auch nicht ersichtlich ob sie ihrem Kind mehrmals täglich Beikost anbieten oder ob sie tatsächlich nach einem erfolglosen Versuch das ganze wieder ad acta gelegt haben. Das alles kann bei Müttern zu einer großen Unsicherheit und bei den Babys zu einer Mangelernährung führen. Auch wenn euer Baby noch nicht wirklich nennenswerte Mengen des Essens verspeist oder sogar noch gar nicht so aktiv beim Essen dabei ist, solltet ihr ihm zu jeder Mahlzeit wieder etwas anbieten. So hat es zu verschiedenen Tages- und Mahlzeiten die Möglichkeit sich etwas zu nehmen.

Eisen – ein potenziell kritischer Nährstoff

Ein essenzieller Nährstoff den es in der Beikost zu beachten gilt, ist das Eisen. Der Eisengehalt der Muttermilch ist relativ gering und deckt den täglichen Bedarf des Säuglings nicht. Der Wert verringert sich von 0,97 mg Eisen pro Liter Muttermilch kurz nach der Geburt bis zu ca. 0,3 mg/l um den 5. Monat rum. Diese Werte sind unabhängig vom Eisenspeicher und der Ernährung der Mutter. Der Säugling ist nur ausreichend mit Eisen versorgt über seinen eigenen Eisenspeicher, der wiederrum von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Diese wären der Eisenstatus der Mutter während der Schwangerschaft, Art der Geburt (spontan oder Kaiserschnitt), auspulsieren der Nabelschnur, Größe & Gewicht bei der Geburt und Infektionskrankheiten.

Eisen in der Beikost

Eisen und Vitamin C

Overnight Oats mit Blaubeeren

Je nach Studienlage und Faktoren geht die Wissenschaft davon aus, dass der Eisenspeicher des Säuglings zwischen 4-12 Monate ausreicht. Um eine Anämie auszuschließen bzw. erst gar nicht aufkommen zu lassen, sollte man mit eisenreicher Beikost ab der Beikostreife (um den 6. Monat) beginnen. Bei der Auswahl der eisenreichen Lebensmitteln und ihrer Kombination im Familienessen sollte man zusätzlich noch die aufnahmefördernden bzw. aufnahmehemmenden Faktoren beachen.

Gut für die Eisenaufnahme ist zum Beispiel die Kombination mit Vitamin C. Dies kann in Form von Früchten, Gemüse, Kräutern oder auch Saft geschehen. Aufpassen sollte man dagegen bei der zeitgleichen Aufnahme von Calcium, Phytinsäure (z. B. Vollkorngetreide) und Oxalat (z. B. Spinat). Der Phytin- und Oxalsäuregehalt von Lebensmitteln lässt sich durch einweichen und keimen oder auch kochen verringern.

Ein Eisenmangel kann schwerwiegende Folgen haben, daher sollte man nicht leichtfertig dazu raten das Beikost nur Spaß sei. Jeder Fall muss individuell betrachtet werden und die o. g. Kriterien sollte man dabei nicht vergessen. Und gerade da das Essen ja auch mit lernen, begreifen und entdecken zu tun hat, sollte man es dem Baby ermöglichen sobald es dazu bereit ist. Und dass nicht immer alles was wir anbieten auch im Magen vom Baby ankommt sollte man auch nicht vergessen.

Beikost entdecken

Beikost ist Begreifen

Wie du Unterstützung findest

Wenn ihr Fragen dazu habt könnt ihr mir schreiben oder eine Beratung buchen. Dann kann ich eure Situation individuell anschauen und euch mit Tipps zur Umsetzung und mit passenden Rezepten unterstützen.

Liebe Grüße
Daniela